Buchsbaum und Buchsbaumzünsler auf dem Friedhof

Die Symbolik des Buchsbaum ist eindeutig: Unsterblichkeit, Liebe über den Tod hinaus. Demnach ist es kein Wunder, dass der Buchsbaum auf jedem Friedhof zu finden ist. Als Einfassungen oder als Formgehölz, beispielsweise als Kugel oder Herz geschnitten, führt er definitiv die Liste der beliebtesten Garten- und Friedhofspflanzen an. Umso verheerender ist der Schaden, den der Buchsbaumzünsler in Gärten und auf liebevoll bepflanzten Gräber anrichtet. Der Buchsbaumzünsler, ein kurzlebiger Schmetterling, der seine 100-150 Eier auf der Blattunterseite des ‚Buxus Semperviens‘ ablegt, ist ein aus Asien eingeführter Schädling. Die Raupen ernähren sich von den Blättern der Pflanze, verpuppen sich und vermehren sich expotenziell schnell, da natürliche Fressfeinde in Deutschland fehlen.

Experten sind sich einig, dass der Buchsbaumzünsler nicht mehr verschwinden wird. In Asien werden neben dem Buxus auch sogenannte Ilex-Sorten als Nahrungsquelle genutzt (diese werden in Deutschland gerne als „Buchsersatz“ verkauft) und auch auf Feigenbäumen sind die Buchsbaumzünsler schon beobachtet worden. Die Bekämpfung des Zünsler erweist sich aufgrund der dichten Gespinnste als s

Diesen Strauch hat der Buchsbaumzünsler schon fast kahlgefressen.

chwierig.

Möglichkeiten den Buchsbaumzünsler einzudämmen

Ja, los wird man ihn nicht. Solange nur ein Busch in der Nachbarschaft steht, auf dem der Buchsbaumzünsler ungestört fressen kann, wird die kommende Generation Schmetterlinge den Weg zu Ihrem Buchsbaum finden. Sogar ein Winter vernichtet die am Strauch überwinternden Raupen nicht. Und dieses Jahr konnte schon ab März die erste Buchsbaumzünslergeneration beobachtet werden.

Mechanische Möglichkeiten

Dazu gehören beispielsweise den Strauch mit einem Stock abklopfen oder mit einem Hochdruckreiniger (der Gartenschlauch ist viel zu schwach für die Gespinnste) abzuspritzen und die Raupen einzusammeln. Erfolgreich ist das unterfangen nicht, da selbst bei einem Befall einer kleinen Pflanze schon problemlos 50-100 Raupen zu finden sind, die zu beginn noch wenige Millimeter groß sind. Und Stock oder Hochdruckreiniger auf einem Friedhof sind eher unwahrscheinlich. Ein feines Netz, wie es beispielsweise als Schutznetz gegen Gemüseschädlinge aufgebracht wird macht auch nur Sinn, wenn ein Befall zu 100% ausgeschlossen sein kann. Und dann ist auch die Frage, ob es Sinn macht den Buchs unter einem Netz zu verstecken. In meinem privaten Garten experimentier ich derzeit mit der Möglichkeit, die Raupen durch Überhitzung mit einer über die Pflanze gestülpte schwarze Tüte abzutöten, was bei einer längeren Einfassung aber ebenfalls schwierig ist.

Sieht nur auf den ersten Blick wie eine hübsche Raupe aus. Alptraum im Buchsbaum.

Biologische Möglichkeiten

Der Buchsbaum hat eigentlich einen natürlichen Schutz gegen Fressfeinde. Darum war er auch in den vergangenen Jahrhunderten so beliebt. Diese kann durch zugabe von Dünger oder Neem-Presskuchen gesteigert werden, was aber leider auch keinen 100% Schutz gegen den Buchsbaumzünsler bietet.

Der Einsatz von Neemöl ist da schon etwas erfolgversprechender: Das Öl führt dazu, dass der Buchsbaumzünsler das Fressen einstellt, sich nicht verpuppen kann und letztenendes verendet. Als einziges  Mittel ist das Neemöl auch für einen Präventionsbehandlung der Pflanzen zugelassen.  Bienengefährliche Spritzmittel, Totalinsektizide oder andere Wundermittel sollten allenfalls durch einen Gärtner aufgebracht werden, da hierfür teilweise sogar Schutzkleidung getragen werden muss. Und auch hier gilt: Wo die Giftspritze nicht hinkommt, überlebt der Buchsbaumzünsler.

Alternativen zum Buchsbaum

Die Möglichkeiten klingen nach viel Arbeit? Ja. Sinnvoller ist es auf eine alternative Beflanzung umzusteigen. Beispielsweise eine Einfassung aus Eibe oder Heckenmyrte (Lonicera Nitida) bieten sich bei der Grabbepflanzung an. Auf keinen Fall sollte man zu den „Buchsbaumersatzpflanzen“ mit einem „Ilex“ im Botanischen Namen zurückgreifen. Hier ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Buchsbaumzünsler auch diese Bestände angreift.

Inhalt erstellt am 29.03.2017 von Beerdigungsinstitut Janek, zu finden unter Wussten Sie...