Ein wenig seltsam ist es ja schon. Und auffällig. Um die Feiertage häufen sich tatsächlich die Trauerfälle. In manchen Wochen im Jahr wird meine Mutter immer schon ganz nervös wenn niemand anruft. Das merke ich dann immer daran, dass Sie im Büro öfters mal mit dem Handy in der einen und dem Festnetz in der anderen Hand mit sich selber telefoniert. „Die Telefonleitung geht noch!“, wird dann erleichtert verkündet. Was dank Zwangsumstellung auf VoiP-Technik leider kein Normalzustand ist. Dann kann man auch mal früh Feierabend machen, gemeinsam Essen gehen oder kurzfristig noch ein, zwei Tage Urlaub genießen.
Aber nicht zwischen Weihnachten und Neujahr. Da ist bei uns Bestattern eigentlich immer Urlaubssperre. Und jedes Jahr bei der Urlaubsplanung überlegen wir ob das überhaupt noch notwendig und Zeitgemäß ist. Und wenn es dann soweit ist, wundern wir uns wie es sein kann, dass auf einen Schlag so viele Menschen versterben. Floristen, Standesämter und Friedhofsämter machen natürlich über die Feiertage genau so Urlaub wie die meisten anderen Betriebe auch. Und dann wird gestöhnt, so viel Arbeit und so wenig Zeit. „Wo kommen die denn alle auf einmal her?“.
Vielleicht klammert sich der eine oder die andere tatsächlich an den Feiertag, weil die Familie vorbei kommt? Bei meinem Vater war es ähnlich, der hat bis zu dem Hochzeitstermin meiner Schwester durchgehalten und konnte dann endlich loslassen. Wirklich erforscht wurde in dieser Richtung bisher jedoch sehr wenig. Und der persönliche Eindruck ist ja meistens eher subjektiv.
So bleibt die meist unbedacht gestellte Frage leider unbeantwortet, aber eins ist sicher: Der Tod hält sich nicht an Öffnungszeiten.
Schöne Feiertage und einen Guten Rutsch
Rafael Zwitter